Verfasst: 12 Mai 2011, 12:50
Ja, dem von Kollege Peda Ausgeführten ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen - so schaut's leider aus.
Konzertveranstalter sind nun mal in erster Linie keine karitativen Vereine zur Musik(er)förderung in Österreich, sondern wollen/müssen ein Geschäft machen, damit sie ihre Kosten decken können. Und irgendwo muss das Geld dafür halt herkommen.
Aber es ist ja nicht nur auf österreichischer bzw. Underground-Ebene so, dass das "pay to play"-Prinzip regiert; auch wenn du als schon etwas etabliertere Band mit 2, 3 Albumreleases (auch bei durchaus renommierten Labels) im Resümee mit einer NOCH etablierteren bzw. Top-Band auf Tour gehen willst, dann zahlst du erst einmal ein paar tausend Euro bloß so, um dich überhaupt in die Tour einkaufen zu können, damit du überhaupt mal mitfahren DARFST - von den eigenen Kosten, die dir dadurch entstehen, durch Transportkosten, Unterkünfte, Verpflegung etc... ist da noch gar nicht gesprochen. Es muss einem halt klar sein, dass man - gerade in einem Genre wie dem Metal, der halt nun mal nicht Millionen Menschen pro Land anspricht, sondern eben nur ein paar tausend - erstmal wirklich viel Geld (nicht nur Zeit & Mühe) investieren muss, möchte man IRGENDWANN VIELLEICHT mal soweit etabliert sein, dass auch ausreichend Geld wieder reinkommt durch Ticketverkäufe, CD-Verkäufe, Merch etc..., dass sich das irgendwann auch mal auszahlt bzw. zumindest egalisiert. Aber das ist im Normalfall ein laaanger, teurer Weg, wenn du nicht gerade von irgendeiner dicken Plattenfirma gepusht wirst, was aber auch nur in Einzelfällen vorkommt.
Und auch wir machen die "pay to play"-Gschichten oft genug mit bzw müssen das Sytem auch selber anwenden - unlängst etwa haben wir einen Gig in der Szene Wien organisiert, mit Headliner-Band Serenity (die natürlich auch entsprechend ihre Gagenvorstellungen bereits hat), und auch da brauchten wir noch 2 weitere Wiener Bands, die uns jeweils zwischen 50 und 100 Tickets im VVK verbindlich zusagen mussten - zusätzlich zu weiteren 100, die wir selbst dafür verkaufen mussten - weil wir einfach, um unsere Kosten zu decken, diese Anzahl an Leuten bei dem (recht niedrigen) Ticketpreis benötigt hatten. Und glaubts mir... trotz letztlich 300 verkaufter Tickets, übrig geblieben als "Gewinn" ist da eigentlich gar nichts.
Im Gegenzug war aber dann die Hütte voll, es war eine nette Location mit brauchbarem Equipment und Sound, und alle Bands hatten eine gute Show... und darum gings uns jetzt. Aber wie gesagt - wir veranstalten sowas eben eher aus Promotionsgründen für uns selber, und nicht mit der Absicht, soviel einzunehmen, dass auch noch Gewinn für uns übrig bleibt, von dem wir - wären wir hauptberuflich Veranstalter - auch noch leben müssten.
Insofern versteh ich das - leider - schon, wenn dann Veranstalter wie der Herr H. mit dem pay-to-play Prinzip argumentieren, gerade wenn du eine Vielzahl an Events machst... da kannst du dirs nicht leisten, mit jedem zweiten Event grad mal den Break Even zu schaffen oder, schlimmer noch, draufzuzahlen. Kann ja nicht gut gehen.
Also ich find das durchaus löblich, wenn man sich dafür einsetzen möchte, auch unbekannten Bands Chancen zu bieten ohne die jetzt "abzocken" zu müssen... aber in der Realität glaub ich schaut's eben anders aus. Da holst du dir als Veranstalter eben Bands, die die Leute (schon) kennen, und die dir auch entsprechend Publikum in die Location reinziehen, die dann Tickets kaufen, Getränke konsumieren etc. und so für deinen Umsatz sorgen.
Da kann eine Band noch so gut sein und eine geile Show haben, wenn die Band dennoch nur ne Handvoll Leute kennt, dann wirst du dir beim nächsten Mal überlegen, ob du die wieder buchst. Darum spielt zB eine Truppe wie Hammerfall Headliner-Shows auf großen Festivals und bekommen dafür ein paar tausend Euro Gage, während sicher technisch/musikalisch bessere Gruppen wie Symphony X (um mal in der melodischen Metal-Ecke zu bleiben) beim gleichen Festival wahrscheinlich irgendwann im Nachmittagsprogramm auftreten würden, und nur einen Bruchteil der Gage bekommen - ganz einfach weil die eine Band der Grund is, warum mehrere tausende Leute hinkommen, und die andere der Grund, warum vielleicht nur ein paar hundert hinkommen.
Und das gleiche Prinzip setzt sich dann natürlich auch auf der Underground-Ebene fort. Ich bin eher willens, einer (Underground-) Band eine Gage zu zahlen, wenn sie mir dafür auch die entsprechenden Leute bringt, und ich meine Kosten decken kann, als einer anderen Underground-Band, die vielleicht genauso gut ist, die sich aber selber nicht so gut vermarkten kann und daher kaum Publikumszuspruch hat, und ich dann auf meinen Kosten für die Veranstaltung sitzenbleib.
Klar wär's wünschenswert wenn es immer so liefe, dass man als Veranstalter eine Location zur Verfügung stellt, ein paar Bands zusammenpackt, jeder hat sein Publikum, die anderen Bands kommen vielleicht beim Publikum der jeweils anderen an, und das steigert sich dann langsam... aber: Jedes Konzert verschlingt Geld, die Steigerung des Bekanntheitsgrads ist leider meist minimal auf Grund der einerseits ohnehin kleinen Szene in Österreich, sowie der angesprochenen Übersättigung am Live-Markt mit einer Unmenge an (guten) Shows auf fast wöchentlicher Basis, die je nach Größenordnung alle zwischen 15 und 70 Euro kosten - und da hast du nur mal die internationalen Acts gezählt, die NICHT ohnehin alle drei, vier Wochen irgendwo in Wien oder Rest-Österreich spielen, wie einheimische Bands. Und dann ist schnell klar, wofür man eher sein Geld ausgibt...
Letztlich bleibt Fakt: In Österreich ist mit Metal sowieso nichts zu machen. Wenn du wirklich was auf die Beine stellen möchtest, geht das halt nur über extensive Touren, zumindest in Europa, insbesondere den Metal-affinen Ländern wie Deutschland oder den skandinavischen Ländern und halt viel viel Promoarbeit. Hin und wieder gibt's halt mal einen Glückstreffer, der dann plötzlich irre viel Erfolg hat... aber selbst da gingen dem meistens entweder bereits viele Jahre fruchtlose Arbeit und Investitionen vor, oder steht eine dicke Promotionsmaschinerie in Form einer wohlgesonnenen Plattenfirma dahinter, die die Sache ordentlich vorantreibt. Ansonsten... dauert's einfach. Und kostet viel. Das ist es einem dann halt wert, oder eben nicht.
Konzertveranstalter sind nun mal in erster Linie keine karitativen Vereine zur Musik(er)förderung in Österreich, sondern wollen/müssen ein Geschäft machen, damit sie ihre Kosten decken können. Und irgendwo muss das Geld dafür halt herkommen.
Aber es ist ja nicht nur auf österreichischer bzw. Underground-Ebene so, dass das "pay to play"-Prinzip regiert; auch wenn du als schon etwas etabliertere Band mit 2, 3 Albumreleases (auch bei durchaus renommierten Labels) im Resümee mit einer NOCH etablierteren bzw. Top-Band auf Tour gehen willst, dann zahlst du erst einmal ein paar tausend Euro bloß so, um dich überhaupt in die Tour einkaufen zu können, damit du überhaupt mal mitfahren DARFST - von den eigenen Kosten, die dir dadurch entstehen, durch Transportkosten, Unterkünfte, Verpflegung etc... ist da noch gar nicht gesprochen. Es muss einem halt klar sein, dass man - gerade in einem Genre wie dem Metal, der halt nun mal nicht Millionen Menschen pro Land anspricht, sondern eben nur ein paar tausend - erstmal wirklich viel Geld (nicht nur Zeit & Mühe) investieren muss, möchte man IRGENDWANN VIELLEICHT mal soweit etabliert sein, dass auch ausreichend Geld wieder reinkommt durch Ticketverkäufe, CD-Verkäufe, Merch etc..., dass sich das irgendwann auch mal auszahlt bzw. zumindest egalisiert. Aber das ist im Normalfall ein laaanger, teurer Weg, wenn du nicht gerade von irgendeiner dicken Plattenfirma gepusht wirst, was aber auch nur in Einzelfällen vorkommt.
Und auch wir machen die "pay to play"-Gschichten oft genug mit bzw müssen das Sytem auch selber anwenden - unlängst etwa haben wir einen Gig in der Szene Wien organisiert, mit Headliner-Band Serenity (die natürlich auch entsprechend ihre Gagenvorstellungen bereits hat), und auch da brauchten wir noch 2 weitere Wiener Bands, die uns jeweils zwischen 50 und 100 Tickets im VVK verbindlich zusagen mussten - zusätzlich zu weiteren 100, die wir selbst dafür verkaufen mussten - weil wir einfach, um unsere Kosten zu decken, diese Anzahl an Leuten bei dem (recht niedrigen) Ticketpreis benötigt hatten. Und glaubts mir... trotz letztlich 300 verkaufter Tickets, übrig geblieben als "Gewinn" ist da eigentlich gar nichts.
Im Gegenzug war aber dann die Hütte voll, es war eine nette Location mit brauchbarem Equipment und Sound, und alle Bands hatten eine gute Show... und darum gings uns jetzt. Aber wie gesagt - wir veranstalten sowas eben eher aus Promotionsgründen für uns selber, und nicht mit der Absicht, soviel einzunehmen, dass auch noch Gewinn für uns übrig bleibt, von dem wir - wären wir hauptberuflich Veranstalter - auch noch leben müssten.
Insofern versteh ich das - leider - schon, wenn dann Veranstalter wie der Herr H. mit dem pay-to-play Prinzip argumentieren, gerade wenn du eine Vielzahl an Events machst... da kannst du dirs nicht leisten, mit jedem zweiten Event grad mal den Break Even zu schaffen oder, schlimmer noch, draufzuzahlen. Kann ja nicht gut gehen.
Also ich find das durchaus löblich, wenn man sich dafür einsetzen möchte, auch unbekannten Bands Chancen zu bieten ohne die jetzt "abzocken" zu müssen... aber in der Realität glaub ich schaut's eben anders aus. Da holst du dir als Veranstalter eben Bands, die die Leute (schon) kennen, und die dir auch entsprechend Publikum in die Location reinziehen, die dann Tickets kaufen, Getränke konsumieren etc. und so für deinen Umsatz sorgen.
Da kann eine Band noch so gut sein und eine geile Show haben, wenn die Band dennoch nur ne Handvoll Leute kennt, dann wirst du dir beim nächsten Mal überlegen, ob du die wieder buchst. Darum spielt zB eine Truppe wie Hammerfall Headliner-Shows auf großen Festivals und bekommen dafür ein paar tausend Euro Gage, während sicher technisch/musikalisch bessere Gruppen wie Symphony X (um mal in der melodischen Metal-Ecke zu bleiben) beim gleichen Festival wahrscheinlich irgendwann im Nachmittagsprogramm auftreten würden, und nur einen Bruchteil der Gage bekommen - ganz einfach weil die eine Band der Grund is, warum mehrere tausende Leute hinkommen, und die andere der Grund, warum vielleicht nur ein paar hundert hinkommen.
Und das gleiche Prinzip setzt sich dann natürlich auch auf der Underground-Ebene fort. Ich bin eher willens, einer (Underground-) Band eine Gage zu zahlen, wenn sie mir dafür auch die entsprechenden Leute bringt, und ich meine Kosten decken kann, als einer anderen Underground-Band, die vielleicht genauso gut ist, die sich aber selber nicht so gut vermarkten kann und daher kaum Publikumszuspruch hat, und ich dann auf meinen Kosten für die Veranstaltung sitzenbleib.
Klar wär's wünschenswert wenn es immer so liefe, dass man als Veranstalter eine Location zur Verfügung stellt, ein paar Bands zusammenpackt, jeder hat sein Publikum, die anderen Bands kommen vielleicht beim Publikum der jeweils anderen an, und das steigert sich dann langsam... aber: Jedes Konzert verschlingt Geld, die Steigerung des Bekanntheitsgrads ist leider meist minimal auf Grund der einerseits ohnehin kleinen Szene in Österreich, sowie der angesprochenen Übersättigung am Live-Markt mit einer Unmenge an (guten) Shows auf fast wöchentlicher Basis, die je nach Größenordnung alle zwischen 15 und 70 Euro kosten - und da hast du nur mal die internationalen Acts gezählt, die NICHT ohnehin alle drei, vier Wochen irgendwo in Wien oder Rest-Österreich spielen, wie einheimische Bands. Und dann ist schnell klar, wofür man eher sein Geld ausgibt...
Letztlich bleibt Fakt: In Österreich ist mit Metal sowieso nichts zu machen. Wenn du wirklich was auf die Beine stellen möchtest, geht das halt nur über extensive Touren, zumindest in Europa, insbesondere den Metal-affinen Ländern wie Deutschland oder den skandinavischen Ländern und halt viel viel Promoarbeit. Hin und wieder gibt's halt mal einen Glückstreffer, der dann plötzlich irre viel Erfolg hat... aber selbst da gingen dem meistens entweder bereits viele Jahre fruchtlose Arbeit und Investitionen vor, oder steht eine dicke Promotionsmaschinerie in Form einer wohlgesonnenen Plattenfirma dahinter, die die Sache ordentlich vorantreibt. Ansonsten... dauert's einfach. Und kostet viel. Das ist es einem dann halt wert, oder eben nicht.