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Verfasst: 09 Jan 2012, 13:23
von Aamon
bin bei der thematik ziemlich zweigespalten und sehe das als eins ehr schwieriges thema... mir gefällt das veranstalter-statement überhaupt nicht, auch hinsichtlich des ausdrucks...
ich hasse aber auch organisationen wie die antifa und all die verhinderer.
wenn man das aber wirklich allumfassend philosophisch betrachtet, wirds ganz schwer, vor allem, wenn man sich auch inhaltlich mit der thematik beschäftigt.

einerseits erlebe ich seltenst, dass dann wirklich politisiert wird auf einem konzert, weder von fans, noch von bands, alle wollen schlußendlich unterhaltung und spaß und das ist eh gut so... es wird auch alles viel zu heiß gekocht im vorfeld...
andrerseits wäre schon auch einiges zu beanstanden denk6

Verfasst: 09 Jan 2012, 16:45
von röcknröller
antifa hin oder her didi.. eh klar dass die sehr oft auch sehr falsch liegen, aber was der veranstalter hier veranstaltet hat, war halt einfach viel zu offensichtlich und provokant.. die gschicht mit der ukrainischen band beim letzten mal war halt einfach dumm und ich kann halt sehr schwer glauben dass das gedankengut dieser band völlig unbekannt war für den veranstalter... da wird die berechtigung für das festival auch für mich bedenklich und ich bin auch nicht grade der beste freund der antifa ;)
ob man jz nazi scheiß als freie meinung betrachtet oder nicht - es gibt diese gewissen gesetze und es is auch weitgehend bekannt, dass es gewisse organisationen gibt, die dir auf die zechen steigen wenn sie was faules erschnüffeln - im endeffekt kann ich nur immer wider betonen: selber schuld kein mitleid

Verfasst: 09 Jan 2012, 17:48
von Aamon
ich sagte ja, dass rassistische bands usw. nirgendwo was verloren haben... aber die antifa geht meist einen schritt zu weit. diese diskussion hatten wir ja schon mal. für die sind völlig unbedenkliche metalbands schon zuviel. kann mich noch gut erinnern, als in der arena wien keine metalgigs stattgefunden haben mal, nur weil dort einige linksradikale am ruder waren und für die per se die ganze düsterszene zu rechts ist.

dass bands mit zweifelhaften aussagen bedenklich sind und nix verloren haben auf festivals, ist eh klar... aber es ist auch schwierig, weil irgendwer in einer band ist immer mal mehr rechts als andere. man ist sehr schnell in einer doppelmoral drinnen
und es kann auch nicht sein, dass alles gleich mal wutbürgermäßig verboten wird. was da schon passiert ist in den letzten jahren, ist bedenklich und ärgerlich. das kann man halt auch net durchgehen lassen...

die antifa-leute sind für mich idioten. das kann aber jeder sehen wie er will. ich mag diese typen überhaupt nicht...ist halt meine private meinung dazu

Verfasst: 09 Jan 2012, 20:23
von Noob_Saibot
röcknröller hat geschrieben:antifa hin oder her didi.. eh klar dass die sehr oft auch sehr falsch liegen, aber was der veranstalter hier veranstaltet hat, war halt einfach viel zu offensichtlich und provokant.. die gschicht mit der ukrainischen band beim letzten mal war halt einfach dumm und ich kann halt sehr schwer glauben dass das gedankengut dieser band völlig unbekannt war für den veranstalter... da wird die berechtigung für das festival auch für mich bedenklich und ich bin auch nicht grade der beste freund der antifa ;)
ob man jz nazi scheiß als freie meinung betrachtet oder nicht - es gibt diese gewissen gesetze und es is auch weitgehend bekannt, dass es gewisse organisationen gibt, die dir auf die zechen steigen wenn sie was faules erschnüffeln - im endeffekt kann ich nur immer wider betonen: selber schuld kein mitleid
So ist es. Wobei man durchaus das Verbotsgesetz aus demokratischen Verständnis heraus kritisieren darf und auch sollte. Denn mein Credo ist, dass jedes Arschloch scheissen darf wie es will, auch wenns Dünnschiss ist. Das Verbotsgesetz ist nur ein weiterer Beweis wie arm unsere Demokratie ist, denn ein funktionierender Staat mit liberaler und aufgeklärter Ordnung hätte den ganzen Schmankes nicht nötig. Aber es mangelt halt an Bildung und Grundsätzen um solch ein Gedankengut vergessen zu lassen.
Und auf der anderen Seite nutzen gewisse "Gutmenschen" Lobbies (entschuldigt den Ausdruck, aber mir fiel nix besseres ein) diese Reibereien aus um ihre völlig hirnverbrannte "Political Correctness" unters Volk zu bringen. Ist halt alles scheisse bei uns in der Hinsicht. Anstatt dass sich diese Extremisten mal hinsetzen und ein paar Whiskey trinken, streiten sie sich um Kinkerlitzchen die überspitzt bis ins lächerliche gezogen werden. Sollt ich mal Kinder haben, schick ich sie auf ein nepalesisches Internat, abgeschottet von der österreichischen Polit-Szene....

Aber grundsätzlich bin ich bei dir röcky...:)

Verfasst: 09 Jan 2012, 20:28
von Aamon
würde es in Österreich das Verbotsgesetz nicht geben, kann man sich vorstellen, was für Aussagen aus dem rechten Lager der politischen Parteien kommen würde. Mir geht's da einzig um den Fakt des Leugnens. Wenn man Fakten leugnet, wirds kritisch in einer Gesellschaft und gerade in Zeiten der idiotischen Verschwörungstheoretiker, deren größtes Hobby es ist, Fakten zu leugnen, ist dieses Gesetz schon okay...

wobei ich mich nicht genau damit befasst habe. Mir gehts vor allem ums Leugnen von historischen Fakten und das passt nicht in eine aufgeklärte und liberale Gesellschaft. Meinung klarerweise sehr wohl. Aber niemals die Missachtung von Fakten (siehe Religionsdebatte). wieso das schlimm sein sollte, verstehe ich nicht. Man kennt die Stimmen ja, aber was wollen sie? Fakten leugnen? Wenn ja, wieso um alles in der Welt?

Verfasst: 09 Jan 2012, 20:40
von Noob_Saibot
Unabhängig vom Inhalt kann man alle Fakten bezweifeln egal wie stichhaltig sie sein mögen...und bitte versteh mich jetzt nicht falsch, ich würde bezogen auf das jetzige Thema die Fakten keinesfalls leugnen, aber ich kann doch Leute aufgrund ihres "historisches Verständnisses" nicht Jahre wegsperren. So schlimm dass jetzt klingt...
Irgendwann kommt vielleicht mal einer an die Macht der solche Dinge ausnutzt um beispielsweise unliebsame Leute aus dem weg zu schaffen, okay das ist etwas extrem aber solche Dinge gab es immer in unserer Welt und wird es immer geben. Unter der Bushregierung wurden wegen einschneidender Gesetzesänderungen Grundrechte amerikanischer Staatsbürger mit Füßen getreten und das ist bei uns auch nicht unrealistisch.

Ich hoffe du verstehst was ich meine, es ist ein extrem heikles Thema dass wir hier anschneiden und ich möchte nicht, dass meine Aussagen missinterpretiert werden...

Verfasst: 09 Jan 2012, 21:08
von Aamon
ja, es ist ein schwieriges thema und ich bin der letzte, der alles reglementiert haben möchte, vor allem nicht die gedanken. aber wieso um alles in der welt kann sich irgendwer erregen, dass das leugnen von fakten nicht gebilligt wird.
im prinzip hat das nichts mit meinung zu tun. es geht um tatsächliche fakten und umgekehrt könnte es die problematik auch geben. siehe beispiel türkei, wo letztens die diskussion war und wo der staat quasi aufgefordert hat, fakten zu leugnen.

fakten haben mit meinung nichts zu tun und das ist auch keine einschränkung der meinungsfreiheit. dagegen habe ich nichts, wenn fakten nicht missachtet werden dürfen, eher ist diese gesetzliche regelung eine für vernunft und eine, die eben moral und anstand einer gesellschaft auf ein höheres level hievt

Verfasst: 09 Jan 2012, 21:25
von röcknröller
Noob_Saibot hat geschrieben:
röcknröller hat geschrieben:antifa hin oder her didi.. eh klar dass die sehr oft auch sehr falsch liegen, aber was der veranstalter hier veranstaltet hat, war halt einfach viel zu offensichtlich und provokant.. die gschicht mit der ukrainischen band beim letzten mal war halt einfach dumm und ich kann halt sehr schwer glauben dass das gedankengut dieser band völlig unbekannt war für den veranstalter... da wird die berechtigung für das festival auch für mich bedenklich und ich bin auch nicht grade der beste freund der antifa ;)
ob man jz nazi scheiß als freie meinung betrachtet oder nicht - es gibt diese gewissen gesetze und es is auch weitgehend bekannt, dass es gewisse organisationen gibt, die dir auf die zechen steigen wenn sie was faules erschnüffeln - im endeffekt kann ich nur immer wider betonen: selber schuld kein mitleid
So ist es. Wobei man durchaus das Verbotsgesetz aus demokratischen Verständnis heraus kritisieren darf und auch sollte. Denn mein Credo ist, dass jedes Arschloch scheissen darf wie es will, auch wenns Dünnschiss ist. Das Verbotsgesetz ist nur ein weiterer Beweis wie arm unsere Demokratie ist, denn ein funktionierender Staat mit liberaler und aufgeklärter Ordnung hätte den ganzen Schmankes nicht nötig. Aber es mangelt halt an Bildung und Grundsätzen um solch ein Gedankengut vergessen zu lassen.
Und auf der anderen Seite nutzen gewisse "Gutmenschen" Lobbies (entschuldigt den Ausdruck, aber mir fiel nix besseres ein) diese Reibereien aus um ihre völlig hirnverbrannte "Political Correctness" unters Volk zu bringen. Ist halt alles scheisse bei uns in der Hinsicht. Anstatt dass sich diese Extremisten mal hinsetzen und ein paar Whiskey trinken, streiten sie sich um Kinkerlitzchen die überspitzt bis ins lächerliche gezogen werden. Sollt ich mal Kinder haben, schick ich sie auf ein nepalesisches Internat, abgeschottet von der österreichischen Polit-Szene....

Aber grundsätzlich bin ich bei dir röcky...:)
du hast natürlich vollkommen recht.. mit so ziemlich allem.. nur den ausdruck "Gutmenschen" den find ich ah bissl zum speiben.. aber auch schon wurscht ;) und das verbotsgesetz wär halt wirklich nur dann orsch, wenn diese gewisse Aufklärung da wäre, was sie einfach nicht ist und wenns das verbotsgesetz in der jetzigen österreichischen situation nicht gäbe weiß ich nicht obs so leiwond wär haha. aber gut, das hast du im grunde eh gesagt!


und das mit den grundlegenden gesetzesänderungen ist natürlich auch ein problem.. und womöglich in näherer zukunft auch nicht zu unterschätzen.. aber da muss man auch sagen, dass das nicht nur in die eine (von dir genannte) richtung gefährlich ist, sondern generell..
aber naja, das thema Threadthema haben wir damit wohl überspannt :p

@ Didi: bei dir komm ich nicht mehr mit :D na aber du hast in gewisser weise natürlich recht.. den Holocaust zu leugnen hat nix mit meinungsfreiheit zu tun und ist wohl vollkommen inakzeptabel, aber ich glaub, dass diese fraktion mittlerweile in der minderheit ist, bei rechtsexremismus hab ich ganz andere bedenken!

Verfasst: 09 Jan 2012, 21:29
von Aamon
rockn: ich hab nur meine auffassung bezüglich des verbotsgesetzes erwähnt und dass ich dieses eben doch gut und wichtig finde... was ist daran nicht zu verstehen?

Verfasst: 09 Jan 2012, 22:45
von röcknröller
war ja nur spass ;) hab doch eh was geschrieben, zu deinen ansichten!

Verfasst: 09 Jan 2012, 23:10
von TheStranger
Freut mich gerade irgendwie, dass die Diskussionskultur in diesem thread (und auch im Forum) so niveauvoll ist und dass sich alle einig zu sein scheinen hops1

Verfasst: 09 Jan 2012, 23:53
von Gunnar
beim verbotsgesetz gehts um ein bisserl mehr als nur ums holocaustleugnen. nämlich u.a. um ein verbot der nsdap und ihrer kampfverbände. und in diesem punkt gibts für mich auch nix zu rütteln am verbotsgesetz.

was aber das leugnen des holocaust und anderer historischer tatsachen betrifft: das MUSS erlaubt sein!!!!, auch wenn es noch so falsch ist. selbstverständlich hat das was mit meinungsfreiheit zu tun. es gibt ein recht auf irrtum, und vor allem: es darf nie und nimmer sache der staatlichen gesetzgebung sein, über historische wahrheiten oder unwahrheiten zu befinden. niemals. das ist purer faschismus und nix anderes.

man kann den holocaust doch nicht für alle zeiten außer diskussion stellen. abgesehen davon, dass solche denkverbote erst recht die zweifel anfachen. die leut werden sich denken: "wieso ist es verboten, dieses oder jenes zu denken"; und erst recht zu zweifeln anfangen.

vollinhaltliche zustimmung zum beitrag von markus von 20:40. genau um diese gefahren geht es. und das betrifft bei weitem nicht nur die usa oder andere weit entfernte staaten. es greift in ganz europa um sich. in irgendeinem osteuropäischen land gehst in häfn für leugnung kommunistischer verbrechen. in der schweiz kannst in häfn kommen, wennst sagst, das mit den armenieren war kein völkermord - in der türkei dagegen kommst ins gefängnis, wennst sagst, es war einer. usw usw usw. demokratieabbau unter "demokratischem" und "liberalem" und "antifaschistischem" deckmantel.

@ northern lights: schad drum, aber selber schuld. lang genug mit dem feuer gespielt, und irgendwann gehts halt schief.

Verfasst: 10 Jan 2012, 07:03
von Noob_Saibot
nämlich u.a. um ein verbot der nsdap und ihrer kampfverbände. und in diesem punkt gibts für mich auch nix zu rütteln am verbotsgesetz.
Ja natürlich, allerdings ist das Bilden eines bewaffneten Korps oder die Bildung eines paramilitärischen Verbundes allgemein verboten und wird sogar mit dem Entzug der österreichischen Staatsbürgerschaft bestraft (Wenn man sich z.B. einem Söldnertrupp anschließt).
Die NSDAP zu verbieten halte ich aber auch für nötig, denn solche Umtriebe gefährden nur die Freiheit der Bevölkerung.

Verfasst: 10 Jan 2012, 09:58
von Aamon
Gunnar: ...muss erlaubt sein...

genau das halte ich für völlig falsch. es ist für mich wesentlich, zwischen Fakten und Meinung zu differenzieren. und diese problematik zieht sich auch durch andere bereiche, siehe auch all die leidvollen diskussionen zwischen faktenbezogenen vernunftsmenschen und verschwörungstheoretikern, esoterikern und den religiösen, die es mit fakten nicht allzu genau nehmen.

Historische Fakten sind unantastbar und wenn man das auch rechtlich so belässt, umgeht man eben gerade Auswüchse, die auf Falschannahmen beruhen, es stärkt zusätzlich ein moralisches und humanistisch hohes Level.

Im Gegensatz dazu bin ich natürlich auch wie alle anderen hier für maximale Meinungsfreiheit, wobei man hier naturgemäß diskutieren kann, hinsichtlich moralischer Werte und gesellschaftlicher Übereinkunft. -> Man diskutiert eben, man hat eine Meinung und eine Haltung zu irgendwelchen Themen.

Sofern sich eine NSDAP klar nicht zu unserem Verfassungsrecht, welches Menschenrechte beinhaltet, bekennt, gehört sie glasklar verboten, was ja auch getan wird.
Es ist kein Faschismus, wenn der Staat klare historische Fakten gesetzlich einfordert. Die Meinung darüber belässt der Staat ohnehin jedem.

Die Trennung Fakten und Meinungen ist am allerwichtigsten. Hier nicht knallhart zu unterscheiden, ist bei sehr vielen anderen Themen auch das sehr große Problem....

Umgekehrt ist es aber natürlich erlaubt, wenn Menschen Geschmack und Meinung vertreten dürfen. Nicht jeder muss jede Kultur lieben. Nicht jeder muss alle Meinungen und Menschen gern haben und zusätzlich muss man nicht weltoffen eingestellt sein.

Was nicht beinhalten soll, dass man Menschen aus rassistischen Gründen abwerten soll. Hier hat sich die Gesellschaft glücklicherweise rechtlich auf eine Moral geeinigt, siehe Verbot rassistischer Ideen. Was neben menschlichen Gründen auch durchaus faktenbezogen ist, weil die damaligen Ideen auch naturwissenschaftlich niemals haltbar waren.

Ich bin sehr froh, dass wir das Verbotsgesetz haben und ich sehe keinen Anlass, es zu ändern....

Verfasst: 10 Jan 2012, 10:03
von reanimapeda
Aamon hat geschrieben: Historische Fakten sind unantastbar und wenn man das auch rechtlich so belässt, umgeht man eben gerade Auswüchse, die auf Falschannahmen beruhen, es stärkt zusätzlich ein moralisches und humanistisch hohes Level.
Und wer bestimmt dann was ein historisches Faktum ist, und was nicht? Kim Jong-un?