reanimapeda hat geschrieben:das problem ist halt auch dass 1.) durch die totalle übersättigung an konzertangeboten und 2.) durch die zachheit der österreicher (wiener vor allem) was konzertbesuche angeht (und ich nehm mich da selbst nicht aus) halt auch halbwegs namhafte packages wo man sich denkt "das wird gut gehen" mittlerweile zu ziemlichen risiko-geschichten geworden sind. insofern brauchts dann mehrere local supports die zusätzlich leute bringen die sonst eben nicht gekommen wären. die alternative ist dass die veranstalter dann einfach nurmehr "fix-garanten" buchen, und vor allem wir "underground-freudigen" dann um 80% aller konzerte umfallen.
darüberhinaus, und das wird einfach viel zu oft vergessen: der local support von heute ist der headliner von morgen. die bands MÜSSEN auch einfach support slots bekommen, um auch einfach mal leute erreichen zu können. jeder veranstalter der längerfristig was machen möchte wird sichs mit dem großteil der locals eher gut stellen wollen, denn im - nennen wir es mal modernen "contemporary" bereich, ist die haltbarkeit der derzeitigen headliner äusserst begrenzt.
Jop genau das... es ist halt wirklich schon beinahe unfassbar, wie FAUL der Österreicher (speziell der Wiener) ist, wenn's um Konzertbesuche geht. Da hat man eigentlich ein fantastisches Angebot in Wien, aber wenn's nicht a) vor der Haustür ist und b) im besten Fall nix kostet, dann bequemt sich der geneigte Wiener ja nicht aus dem Haus. Weil eine Konzertkarte von 10, 12 Euro (bei Underground-Shows oder halt mehr bei größeren Acts)... das sind ja - Gott bewahre! - schon drei Bier oder so.
Und der Gelegenheits-Mainstreamkonzertbesucher, der geht halt einmal im Jahr zu Robbie Williams oder U2, und legt dafür dann halt seine 70-130 EURO ab; aber der kennt außer Ö3 und maximal 88.6 ja auch nichts.
Und dann enden wir eben dabei, dass - um jetzt auf den Melodic Metal-Bereich zu schauen - dass jedes (zweite) Jahr dann Sonata Arctica, Hammerfall und Saxon spielen, aber sonst auch schon niemand mehr, weil man einfach in 90% der Fälle draufzahlt.
Jetzt bei Masterplan & Mystic Prophecy zB - da hatten wir letztlich knapp 160 zahlende, aber das ist für so ein Package halt trotz allem zu wenig (vor allem in einer Stadt mit 1,8 Mio(!!!) Einwohnern eigentlich völlig lächerlich, nicht einmal ein Zehntel-Promilll), und hat mich letztlich noch einiges gekostet. Und ohne die "Local" Bands Siren's Cry (die auf Tour mit waren) und den Local Support Grim Justice, die die Leute gebracht haben, wärs ein komplettes Disaster gewesen bzw. hätte ich das absagen müssen, weil sichs nie auch nur annähernd ausgegangen wär.
Wenn man zB nach Deutschland schaut, da fahren die Leute auch mal 2-3 Stunden einfach von einer Stadt zu nächsten, wenn eine Show ist... das ist ja in Österreich komplett undenkbar. Da muss es wie gesagt vor der Haustür sein und umsonst... und dann geht man VIELLEICHT hin, wenn net grad Tatort oder Bauer sucht Frau läuft. Aber dass wer "vom Land" nach Wien fährt für eine Mittelklasse-Metalshow, oder - Gott bewahre! - ein WIENER aufs Land fährt für ein Konzert - unmöglich!
Gut, die Meinung mit den "Headlinern von Morgen" teile ich nur bedingt - das ist leider auch ein ziemlich "österreichisches" Problem, dass die Bands einfach sehr "bequem" sind. Da bilden sich viele ein, nur weils drei Verstärker und a paar Gitarren haben, und vielleicht mal a EP daheim am Computer aufgenommen haben, die dann die Mama und die Oma und drei Freunde gekauft haben, sind's schon die Superstars. Dass aber 90% der Bands in Österreich meilenweit davon entfernt sind, auch nur annähernd an internationalen Standards dran zu sein (sowohl spielerisch als auch kompositionstechnisch als auch produktionstechnisch als auch performancetechnisch), das wollen wenige wahrhaben. Und das liegt halt auch an der "Bequemlichkeit" der Österreicher... wir machen halt was solang es "gmiadlich" rennt, aber wenns dann mal anstrengend wird, oder viel Aufopferung (Zeit, Geld, Arbeit) erfordern würde, dann fahren viele einfach nur mehr auf Standgas weiter und das isses dann. So wird man aber nicht "Headliner von morgen", sondern bleibt auf ewig ein netter Local Support, der vielleicht 30, 40 Freunde und Bekannte zu Gigs zieht, aber mehr schon nicht.
Ist für Veranstalter sicher auch gut und wichtig, aber die wirklich großen Acts, die dann auch mal international für Aufsehen sorgen, entstehen so halt auch nicht.