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Verfasst: 08 Okt 2007, 22:23
von -PMH-
Via MySpace von einem gewissen KAI ... www.myspace.com/dokai

ist eine interessante Sicht der Dinge wie ich finde:


[bw3n]Show Voting kills Music - Votings kill Underground[/bw3n]

Zitat:
Ich kanns echt nicht mehr lesen. Von diversen kleinen Dingen in der Vergangenheit mal abgesehen, ist es seit Monaten großer Stil. Es begann mit dem Metalfest Voting und zieht sich seitdem konstant durch die Szenerie. Aktuell ist es wohl das Maroon Voting. Und hunderte Bands stürzen sich drauf, als wäre es das größte auf dieser Welt durch ein beschissenes Internet Voting zusammen mit Band XY spielen zu können.

Es mag sein, das es attraktiv ist auf Event XY vor größerer Kulissse aufzutreten, aber Jungs & Mädels, was hier abläuft sträubt sich mir gegen jegliche Ideale die ich in über 13 Jahren Underground & Szene Aktivität erlebt und vertreten habe.

Ich kann nur an Bands appellieren: Macht nicht mit! Es ist ein Scheiß! Es ist nicht fair! Es garantiert weder den attraktiveren, noch den musikalisch besseren Sieger, sondern nur den, der am besten die Foren und Myspace bespammt und die meisten Leute online zu einem Klick bewegen kann.
Auf euren Schultern wird zudem die gesamte Promotion für eine Veranstaltung ausgetragen und am Ende seid ihr doch nur die Ärsche die über ein Voting den Platz ergattert haben.

Gabs fürs Metalfest überhaupt andere Werbung? Ich will nicht wissen was hier der Veranstalter an Kohle gespart hat, weil sich hunderte von Underground Bands dazu prostituiert haben, die Tour wochenlang mit Voting Aufrufen im Gespräch zu halten.
Was gibt es zu gewinnen? Anerkennung? Ehre? Ruhm? WOFÜR ? Dafür die meisten myspace Klicks gesammelt zu haben?
HABT IHR ALS BAND keine anderen Zielsetzungen etwas zu erreichen als das Sammeln von Klicks ?

Und was ist mit dem Communitiy Charakter? Da gabs mal (Jahre her!) ein schickes miteinander, man hat sich gegenseitig geholfen, unterstützt und supportet. Jetzt tritt man GEGENEINANDER an. Klar, einen Konkurrenzwettstreit gabs immer. Aber einen eher leistungsbezogeneren :-) Und jetzt?

Wenn es bei einem Voting nur darum gehen würde die *beste* Band zu finden, dann ständen vielleicht ca. 5 zur Auswahl. Wenns aber, wie beim Metalfest, pro Location bisweilen 50 Bands gibt, dann ist klar, das hier nur Werbung auf dem Rücken der kleinsten ausgetragen wird - die sich zudem auch noch SELBST zum *kleinsten* degradieren. Leute wo ist eure Selbstachtung? Punktzahlen können noch durch Kartenkäufe erhöht werden? HALLO? Geringschätziger kann man einer gesamten Szenekultur kaum gegenübertreten, und hier wird das schick verpackt auch noch als tolle Gelegenheit verstanden.

Ich werde nie begreifen wieso man in dieser Szene neuerdings antritt um GEGEN jemanden zu spielen/zu punkten etc? Ich für meinen Teil gehe MIT andern Bands auf die Bühne, ich feiere MIT anderen Bands Shows & Partys. Es geht gegen sämtliche meiner Ideale GEGEN etwas anzutreten.
Noch nicht einbezogen den Gewissenskonflikt. Aus meiner Freundesliste sinds mindestens 10-15 Bands (in anderen Listen noch mehr) die um meine Gunst buhlen. Ich kann aber nur für einen stimmen. Hier werden Gräben geschlagen wo vorher keine waren und wo auch keine hingehören. Und macht euch nicht vor, es ginge dabei um EUCH! Es geht einzig und allein um einen wirklich raffinierten Marketing Trick.

Ich werde solche Veranstaltungen in Zukunft extremst boykottieren, weil es nicht nur Band und Szene Verarsche ist, sondern auch der normale Konzertbesucher übers Ohr gehauen wird.
- Als Besucher habe ich nicht die Garantie dafür, das es ein musikalisch attraktives Billing gibt. Der Support wurde nicht gewählt weil er *der beste* ist oder eine sonstwie Bereicherung für die Show als solches, sondern weil irgendjemand genug Klicks gesammelt hat.
Nicht auszudenken wo das hin führt. Theoretisch kann jede Schrott Band, wenn sie nur genug Klicks hat sich so auf einen Event voten. Demnächst auch zu einem Labeldeal etc. Prima. Die nächste Musikgeneration wird nun auch im Metal/Hardcore/Underground endgültig bestimmt durch Votings.

- Als Band (sorry) verliert man jede Glaubwürdigkeit . Was ist es denn wert durch so ein Voting gewonnen zu haben? Mit was rühmt man sich im Bandinfo? Das man nicht gut genug ist, um von einem Veranstalter *vollwertig* gebucht zu werden? Ich finde solche \"Siege\" nicht nur zweifelhaft, sondern auch lächerlich. Moralisch und auch Qualitativ ein Armutszeugniss.
Sie sagen nix aus und sie helfen auch nicht wirklich. Jedenfalls nicht wirklich den Bands.
Der musikalische Underground, der *eigentlich* Ursprung einer jeden neuen Bewegung war, der kreativ frei und unabhängig war, in dem sich Bands früher oder später qualitativ heraus kristallisiert haben, wird abgestempelt zu dem was keiner freiwillig sein will. Die Füllposition, die dem Musikbusiness dankbar den Arsch leckt und gut genug dafür ist, die Promotion auf ihrem Rücken auszutragen.

Es gab mal eine Kluft zwischen guten und schlechten Bands. Zwischen Bands die mehr Glück und denen die weniger Glück gehabt haben. Zwischen denen mit Deal und denen ohne. Aber das reicht offenbar nicht. Mit solchen Votings wird vor allem EINE KLUFT demonstriert: IHR da unten und WIR hier oben. Wobei die *da unten* dankbar sein sollen wenn von oben mal ein Brocken Fleisch runtergeschmissen wird. Dann darf man sich selbst zerfetzen, Werbung machen und die anderen ausstechen, nur um selbst mal am Tisch mit den \"Großen\" sitzen zu dürfen. Ein deutlicheres \"ihr da unten seid nicht viel wert\" als \"tragt es doch in votings aus\" kann ich mir nicht vorstellen. Der Underground wird degradiert zu Statisten. Und das schlimme ist: er nimmt diese Position auch noch offenbar dankbar an!

Wie wollt ihr als Band JEMALS aufgrund eurer Musikalischen Fähigkeiten ernstgenommen werden? Wie könnt ihr von Hörern erwarten das man euch ernst nehmt, eure musikalische Leistung schätzt, wenn euch das Ganze selbst so wenig wert ist, das ihr euch auf Voting Punkte reduzieren lasst.
Wie wollt ihr als Band jemals darauf hoffen und pochen das euch ein Veranstalter bucht, weil er EURE MUSIK schätzt? Hier gehts NUR DARUM so laut wie möglich die Werbetrommel zu rühren. AUF MUSIK UND IDEALE IST UND WIRD GESCHISSEN ! Das ist im Grunde pay for play, nur schöner verpackt (und im Falle von \"mehr Punkte durch Kartenkauf\" nichtmal sonderlich versteckt.

Ich für meinen Teil schmeiße ab sofort jede Band aus der Freundesliste, die zu solchen Votings aufruft. Ich hab echt die Schnauze voll von dem Mist.
Wenn ihr gut seid, dann lasst euch buchen weil ihr eben Leute zieht, oder weil ihr eine Bereicherung für die Veranstaltung seid. Lasst euch dafür etwas Kohle geben, aber hört auf euch selbst in den Dreck zu werfen und euch dazu zu degradieren eure Qualitäten an einem beschissenen Online Voting auszumachen. Verdammt erhaltet eure Ehre und lasst euch nicht vor nen Karren spannen.

Prost

Verfasst: 09 Okt 2007, 09:32
von Aamon
auch ich klicke niemals diese aufforderungsmails an, kann man sich sparen, mir sowas zu schicken. es ist eine art selbstläuferpromotion, die durch die internetmöglichkeiten heutzutage in unzähligen bereichen angewendet wird, nicht nur in diesem fall.
eine wertung im kulturbereich, in dem solch Voting nichts über den künstlerischen aspekt aussagt, noch nichtmal über den Wert einer Fanbase einer Band, ist dies dann zumindest überdenkbar.

Das kartenverkaufsmäßige pay to play-system hat noch eher eine Aussage diesbezüglich.
Die Bands mit den kämpferischsten Einzelleuten (meist ists einer der Band) gewinnen solche Votings.
Sämtliche Werbung funktioniert aber immer derartig, ob das moralisch verwerflich ist, muss jeder für sich selbst beantworten. Ich habe nur die Befürchtung, dass das zukünftig überhand nimmt und nervt. Dass die Promotion quasi abgegeben wird, ist natürlich diskussionswürdig und interessant, aber nichts Neues im Internet, sondern eine mittlerweile überall stattfindende Maßnahme.

Von der Bandseite das zu betrachten, ist halt schwieirig. Macht man mit, hat man womöglich größere Chancen, sich mal im größeren Rahmen zu zeigen.
Andrerseits kann man sagen, als wirklich gute Band wird man irgendwann sein Ziel erreichen, wird womöglich gerne gebucht und hat womöglich mehr Fans.
Leider zeigt die Geschichte, dass aber sehr gute Bands schon oft auf der Strecke geblieben sind, weil sie zu wenig Zeit in Werbung usw investiert haben.
Bandwettbewerbe sind auch nicht viel anders, auch hier wird gebuhlt um alle Stimmen und die nicht immer besten Bands gewinnen. Ich kenne auch einige Bands, die prinzipiell bei solchen Veranstaltungen nicht mittaten. Einerseits Hut ab, andrerseits wieso nicht. Man kennt Argumentionen, die auch für solche Veranstaltungen sprechen...

Verfasst: 09 Okt 2007, 11:38
von reanimapeda
ich bin ein fauler hund und kopier einfahc mal meinen ersten beitrag zu dme thema hier rein:

was der gute mann jedoch vergisst:

.) jede band die da mit macht WEISS dass sie da nicht aufgrund ihrer herausragenden qualität (die jetzt vorhanden sein mag oder nicht) dabei sein wird (oder nicht) sondern dass es dabei nur um werbung (und um die eine oder andere karte mehr ) geht.

.) und man macht das als band nicht für die \"bandbio\" oder sich mit irgendetwas zu rühmen sondern einzig und allein aus dem grund um auchmal leute zu erreichen die man sonst nicht erreichen würde - der standard metalfest/no mercy/whatever besucher ist nicht gerade oft auf underground konzerten anzutreffen. und wieviele leute sind dort so im schnitt? 700? 1000? keine ahnung, aber wenn man nur bei 1% anklang findet hat sichs schon gelohnt. und abgesehen vom publikum sind auch personen die dir \"weiterhelfen\" können eher auf solchen konzerten anwesend als mit den 30 anderen im jugendzentrum untersiebenbrunn bei der geburtstagsparty vom steinhuber franz. kontakte sind halt ein um und auf wenn man weiterkommen möchte und die lassen sich auf solchen events leichter knüpfen als woanders. um das und nix anderes gehts...es ist eben nicht ganz so einfach wie sich der gute herr das vorstellt, es gibt eben nicht nur \"hail underground, wir spielen nur vor 20 leuten!\" oder \"i am the god of hellfire, buch mich zu nile dazu weil ich so leiwan dbin und zahl mir 500,- euro!\".

.) \"Wenn ihr gut seid, dann lasst euch buchen weil ihr eben Leute zieht, oder weil ihr eine Bereicherung für die Veranstaltung seid.\" - schön gesagt, funktioniert nur in dieser grössenordnung ohne fettes label im hintergrund nicht. und irgnedwann kommt bei einer band (o.k., bei ded meisten) mal de rpunkt wo man sagt \"o.k., jetzt haben wir uns jahrelang im ug den arsch abgespielt, aber ein bisschen MEHR wäre jetzt dann schon irgendwie \"leiwand\". \" und wenn man einen schritt weiter kommen möchte kommt man irgendwann nicht mehr um sowas wie ein metalfest-voting oder metalcamp-ticketverkauf (was absolut die gleiche liga ist - interessanterweise gibts da keine boykott-aufrufe, kommt wahrscheinlich immer drauf an ob man selbst mitmacht oder nicht *schnarch*) herum.

mehr dazu später, keine zeit.

Verfasst: 09 Okt 2007, 21:32
von Erik Blutaxt
[quote7jq]
[i7jq]Original von reanimapeda:[/i7jq]
der standard metalfest/no mercy/whatever besucher ist nicht gerade oft auf underground konzerten anzutreffen. [/quote7jq]
...und schaut sich aber - nebenbei bemerkt - auch nicht die vorgruppe an.


ich für meinen teil hab so eine vorgehensweise nicht notwendig. wenn mir eine vorgruppe zusagt und ich halbwegs einschätzen kann, dass sie wen interessiert, dann buch ich sie. das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Verfasst: 10 Okt 2007, 10:44
von reanimapeda
stimmt schon, viele interessiert die vorgruppe nicht, schon gar nicht wenns aus österreich ist, aber wirklich \"entziehen\" werden sich auch nicht alle (können), und wie gesagt: auch wenn wir nur 1% der zuseher/hörer erreichen hätte sich das ganze für uns z.b. schon gelohnt.

Verfasst: 10 Okt 2007, 10:47
von Aamon
kann es eine band auch ohne derlei dinge schaffen (Voting, contest usw)?
Ich glaube schon, womöglich dann eher international und hier kennt sie keiner dann, sofern die musik sehr gut ist.
Das problem ist, dass unsere einheimischen, wirklich szeneintern bekannten bands außerhalb Ö keiner kennt.

Verfasst: 10 Okt 2007, 11:20
von reanimapeda
ohne voting/contest sicher...allerdings gibts zumindest in österreich so gut wie keine möglichkeit auf grösseren events wie eben z.b. dme metalfest zu spielen. wir haben uns selbst jahrelang geweigert bei sowas mitzumachen, ist unser erstversuch bei sowas...

worum man NICHT heurmkommt ist generell die live präsenz, ohne die haben es auch schon einige bands probiert und auf die trifft das meistens zu was du angesprochen hast mit \"zuerst international bekannt, aber nicht daheim...\". es haben auf diesen weg auch schon einige bands ihr glück versucht, einige sogar kurzfristig es so geschafft, aber ich wüsst keine die bei einem aufstieg auf diesem weg stand gehalten hätte. (und betr. gute musik...also alle bands die mir auf die schnelle ienfallen die es auf diesem weg \"geschafft\" haben waren halt immer in der gerade angesagtesten sparte unterwegs...ob das was zu bedeuten hat? ich glaube shcon, weiss es aber nicht...)

das problem dabei ist: wenn die band zwar brav probt, ihr nummern schreibt, geld spart, sich das studio finanziert und diesen weg beschreitet...dann fehlt was, nämlich was essentielles: die live-erfahrung! und das umschliesst jetzt nicht nur die bühnenpräsenz, sondern viel mehr faktoren wie z.b. das intuitive zusammenspiel, vor allem auch bei schlechten sound-verhältnissen (die es live immer wieder gibt - drummer hört gitarre nicht, rstl. band hört hi-hat nicht beim takt vorgeben...), meistens fehlt meiner meinung nach bands die es ohne live-präsenz veruschen an etwas essentiellem...

Verfasst: 27 Nov 2007, 11:38
von reanimapeda
wir haben übrigens gewonnen hahahaha.....

Verfasst: 27 Nov 2007, 12:40
von -PMH-
spielts ihr dann im Posthof ?

bin für Stormbringer vor Ort; also werdets auch IHR euch im nachfolgendem Livereport wiederfinden ... *g*

Verfasst: 27 Nov 2007, 12:47
von reanimapeda
jup, im Posthof!

na dann, freu mich schon!

Verfasst: 27 Nov 2007, 14:41
von Aamon
gratuliere. schöner club, der posthof

Verfasst: 27 Nov 2007, 15:58
von reanimapeda
bin schon gespannt, war ja leider noch nie dort!

Verfasst: 27 Nov 2007, 16:08
von ogerl
mein denkanstoss: das zu einer metallegende wie udo dirkschneider es ist, nicht mehr als 150 nasen kommen ist eine schande und sehr sehr traurig...

scheissegal ob es ein sonntag ist, es regnet, jemand dünnschiss hat und dergleichen - so ein gig gehört einfach supportet meine damen und herren! hier hat nicht irgendjemand gespielt - ich war wirklich sehr enttäuscht

Verfasst: 27 Nov 2007, 16:13
von Aamon
es ist tatsächlich traurig...
die leute kommen hierzulande zu den brachialgigs oder zu den immer gleichen bands, die angesagt sind.
viele interessieren sich hierzulande nicht für musik, wie sie udo macht.

naja, sonntag is natürlich ein schlimmer termin, weil theoretisch nach einem samstagsrausch und vor einem schlimmen montag. und ohne bier macht Udo Metal keinen Spass.

wäre sehr gerne dabei gewesen.

Verfasst: 27 Nov 2007, 16:56
von reanimapeda
mir hätte es spass gmeacht den alten panzer mal live zu begutachten...aber eigene konzerte gehen bei mir immer vor.