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Verfasst: 19 Sep 2007, 20:23
von Erik Blutaxt
[quote0e3]
[i0e3]Original von mauergecko:[/i0e3]
und haut mit einem Taxi ab. [/quote0e3]
hat zwar nicht wirklich mit dem thema zu tun, aber ist mir dabei gerade wieder eingefallen: zwei spezln von mir sind in oö mal besoffen mitn taxi heimgfahren und ham die ganze zeit lautstark vom mike krüger \"wir kennen deine füße, wir wissen wie das riecht...\" gesungen. irgenwann ist der taxler stehen geblieben, hat geschrien: \"ich halt das nicht mehr aus\" und is ausn taxi gsprungen und davon glaufen. schlüssel einfach stecken lassen, lol.
sie ham halt dann das taxi stehen lassen und sind den rest zu fuß heim. hoffe ich konnte diesen ernsten fred damit etwas auflockern.
Verfasst: 19 Sep 2007, 20:29
von mauergecko
haha sehr geil...
Verfasst: 20 Sep 2007, 14:14
von Nukkumatti
ich muss hier dem didi voll und ganz zustimmen!
das ist alles ist nur ein beginn der totalen überwachung. es ist nur mehr eine frage der zeit, bis software für gesichtserkennung wirklich funktionieren wird - mit gesteigerter rechnerleistung wäre somit jeder mensch gläsern!
und auch die taxiaufzeichnungen werden von der polizei gesichtet - d.h. sie hat zugriff auf die aufnahmen. und niemand kann mir garantieren, dass der datenschutz aufrecht bleibt.
und mein vertrauen gegenüber der exekutive konvergiert gegen 0!
tragisch, dass sich die menschen so leicht über ihre angstgefühle steuern lassen. somit lassen sie sich in vielen bereichen instrumentalisieren; ob bei der ausländerhetze, den bürgerrechtseinschränkungen im zuge des \"anti-terrorkampfs\" oder auch am arbeitsmarkt, wo viele auf ihren krankenstand verzichten weil sie angst um ihren job haben müssen ...
und um nochmal zurückzukommen auf die überwachung: einzig sichtbares resultat der gesteigerten anzahl an überwachungskameras ist ein erhötes sicherheitsgefühl - verbrechen ist allerdings nirgends signifikant zurückgegangen!
Verfasst: 20 Sep 2007, 14:28
von Erik Blutaxt
stimmt.
[quoterar]
[irar]Original von biergerry:[/irar]
einzig sichtbares resultat der gesteigerten anzahl an überwachungskameras ist ein erhötes sicherheitsgefühl
[/quoterar]
bei wem? ich fühl mich nicht sicherer, wenn mich ständig wer beobachtet, eher im gegenteil, es verunsichert.
Verfasst: 20 Sep 2007, 14:37
von Nukkumatti
[quotefiq]
[ifiq]Original von Erik Blutaxt:[/ifiq]
[quotefiq]
[ifiq]Original von biergerry:[/ifiq]
einzig sichtbares resultat der gesteigerten anzahl an überwachungskameras ist ein erhötes sicherheitsgefühl
[/quotefiq]
bei wem? ich fühl mich nicht sicherer, wenn mich ständig wer beobachtet, eher im gegenteil, es verunsichert.
[/quotefiq]
ja eh - ich auch nicht.
nur statistisch ist das das einzige positive ergebnis: das sich die meisten menschen sicherer fühlen.
ist ähnlich wie das ausleuchten dunkler straßenzüge. auch hier lässt sich kein rückgang der kriminalität feststellen, im gegenteil - zum teil hat das verstärkte ausleuchten von straßenzügen sogar die kriminalität erhöhen lassen. aber die meisten menschen fühlen sich trotzdem sicherer ....
Verfasst: 20 Sep 2007, 16:13
von Aamon
hm, das ist ein grundsätzliches psychologisches problem der leute. auch ich würde mich niemals durch einen finsteren wald trauen alleine, auch nicht auf unbeleuchtete strassen, aber wenn sie beleuchtet sind und viel los, kein problem...
hat jetzt aber weniger mit überwachung zutun...diese feststellung, mag nicht überwacht werden
Verfasst: 20 Sep 2007, 19:50
von mauergecko
hm die Frage die man sich bei sowas natürlich immer stellen muss ist auch eine Frage wie sich das System verändert, was heute noch legal ist, sagen wir mal alkoholisiert nach Hause zu fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kann morgen schon nicht mehr legal sein. Und wenn dann Rückgriff auf daten gemacht wird die vor diesem zeitpunkt sind nur um so mal zu sehn wer potentielle Täter sein können ist das schon sehr bedenklich. Ich stimme da schon eher Gerry und den anderen zu, der Datenschutz ist einfach in dem Sinne nicht gewährleistet, es werden Daten einfach nicht in dem Maße gelöscht wie es sein soll, und das weiß ich aus persönlicher Erfahrung.
Aber, und das ist kein unwesentlicher Punkt im Falle der Taxis: Es ist ja lediglich Taxi unternehmen erlaubt worden Kameras anzubringe, von einer Pflicht der Weitergabe bzw von Verpflichtender Installation solcher Anlagen hab ich nichs gelesen. Deshalb also von staatlicher Überwachung zu reden ist also in diesem Falle falsch. Ich kann ja auch in meinem Privatbesitz jeden kleinsten Winkel mit Kameras vollpflastern und das kann jedem wurscht sein, wenn er das nicht haben will kommt er halt nicht. Das hat aber nichts mit staatlicher Überwachung zu tun.
Mir persönlich sind die Versionen der Markt- und Konsumentenforschung und was man sich da so alles überlegt viel viel ungeheurer weil die Mittel die dort zu Verfügung stehen dem vom BVT bei weitem überschreiten.
Verfasst: 20 Sep 2007, 20:04
von Aamon
muss ich bestätigen.
wenn die instumente mal da sind und die überwachung gesetz, dann wird man das auch zukünftige womöglich ziemlich zweifelhafte Gesetze anwenden. (siehe z.b. was sich in letzter zeit schon getan hat z.b. beim Raucherthema an frischer Luft)
auch sinds kleine Schritte hin zur totalen Überwachung, man sieht ja jetzt schon, dass sowas fruchtet und die Leute weichgeklopft sind.
Eine Überwachungsdiktatur mit zwiespältiger verfassungsmäßiger Ausgangsposition
wäre dann das Endkonstrukt womöglich und
metal warrior mit Verlaub
dein Argument ist das klassische Argument und genau hier haben Datenschützer
schon längst angesetzt und es philosophisch hinterfragt.
Schon bei uns fühlen sich konservative Schichten, brav und angepasst, als Gralshütter
einer Lebensweise und kontern exakt so. Sie wähnen sich auf der richtigen staatsbürgerlich korrekten Seite, aber bitte, was ist mit den anderen? Mit Randgruppen? Mit Menschen anderer Lebensweisen? Menschen, die etwas frecher agieren, die mal drängeln, sich falsch kleiden usw. Die sind dann schnell mal dran.
und zuguter letzt: ich z.b. mag nicht überwacht werden. Ich fühle mich unwohl, wenn in der gesamten Stadt überall die Chance bestünde, beobachtet zu werden, Kleinigkeiten falsch machen, das geht schnell, fängt an, bei Rot über die Ampel zu laufen.
Ganz gefährlichen Entwicklungen gehen wir zu. Wobei der gläserne Mensch in bezug auf persönliche Daten dann sogar noch gefährlicher ist, auch hier ziehen schwarze Wolken übers Land, siehe Internetüberwachung, die anvisiert ist, sehr sehr gefährlich, oft gibts 2 Seiten. Oft ist was nicht gnaz eindeutig und schon ist man dran oder beobachtet, ohne etwas getan zu haben, rauskommen tut man dann nicht mehr
Diese sind dann aus nichtigen Gründen dran.
Verfasst: 20 Sep 2007, 20:40
von Erik Blutaxt
[quoteupa]
[iupa]Original von metal warrior:[/iupa]
wieso sich jemand von überwachungskameras verunsichert fühlt[/quoteupa]
wenn ich mich vor der kamera sicher fühlen würd, wär ich zum orf gegangen...
ich möcht eigentlich schon selber entscheiden dürfen, wer von mir filme und fotos machen darf...
Verfasst: 21 Sep 2007, 10:44
von mauergecko
Schlimm und geradezu verantwortungslos ist es natürlich solche Systeme in autoritäre Systeme zu exportieren, aber ich glaub das ist sowieso schon längst im Gange...
Verfasst: 22 Sep 2007, 14:27
von mauergecko
wegen taxler: so in die richtung hab ich das auch verstanden...
Verfasst: 22 Sep 2007, 15:43
von Nukkumatti
interessanter beitrag von vfgh-präsidenten korinek:
Wien - Karl Korinek, Präsident des Verfassungsgerichtshofes, warnt im Zusammenhang mit der Terror-Bekämpfung vor einem Abrutschen in einen totalen Überwachungsstaat. Im Ö1-\"Journal zu Gast\" sagte Korinek am Samstag, es bestehe die Gefahr, dass in der Sicherheitsdebatte grundrechtliche Grenzen überschritten würden. Konkrete Gesetzesentwürfe in diese Richtung gebe es aber noch nicht.
Korinek zeigte sich über die Debatte um mehr Sicherheit nach der Verhaftung von Terror-Verdächtigen \"beunruhigt\". Es bestehe die Gefahr, dass Grundwerte beiseite geschoben würden und die Grenze zum Überwachungsstaat überschritten werde. \"Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi.\" Der Wunsch nach Sicherheit verdränge die Grundrechte, wie das Briefgeheimnis, das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz, die seit der Revolution von 1848 die private Kommunikation schützen. Die Sensibilität für die Gefahren fehle offenkundig.
\"Relationen beachten\"
Für den VfGH-Präsidenten ist zwar der Wunsch nach Sicherheit \"höchst legitim.\" Man müsse dabei aber die Relationen beachten. Es könne nicht sein, dass aus dem Sicherheitsbedürfnis heraus alles erlaubt sei, wie in einem totalitären System. Für jeden Eingriff in die Grundrechte müsse es eine gesetzliche Ermächtigung geben, es müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden und diese müsse von VfGH überprüft werden können. Ob die diskutierte Online-Untersuchung von Computern verfassungskonform sei, könnte vom VfGH erst in einem Verfahren beurteilt werden.
Zur Islam-Debatte stellte der VfGH-Präsident klar, dass die anerkannten Religionsgemeinschaften das verfassungsmäßig garantierte Recht auf eigene Regelung ihre inneren Angelegenheiten haben. In diese Dinge, wie etwa die Sprache bei Gottesdiensten, dürfe der Staat nicht eingreifen. Nicht sagen könne er hingegen, ob ein Bauverbot für Minarette zulässig sei. Bestimmte Regulierungen sein hier sicher zulässig, wo konkret die Grenzen liegen, müsste aber in einem Verfahren geklärt werden.
Fremdenrecht gleich evaluieren
Die von Innenminister Günther Platter erst für 2009 in Aussicht genommene Evaluierung des Fremdenrechts kommt für Korinek zu spät. Wenn Schwächen auf der Hand liegen, dass müsse man gleich darüber nachdenken und nicht erst in einem Jahr. Kritik übte der VfGH-Präsident auch neuerlich daran, dass manche Regelungen sehr schwer zu verstehen, \"um nicht zu sagen unverständlich\" seien. Zu dem auch von ihm geforderten Bleiberecht für integrierte Ausländer betonte Korinek, dass man nicht Einzelfälle generalisieren könne. In ein Gesetz sollte keine Jahreszahl geschrieben werden, ab wievielen Jahren Aufenthalt das Bleiberecht entstehe, oder wenn, dann sollte es nur ein Element in einer Gesamtbetrachtung sein.
Bezüglich der Kärntner Ortstafeln zeigte sich Korinek optimistisch, dass sich der Rechtsstaat letztlich durchsetzen werde. Wenn die Erkenntnisse des VfGH vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) nicht umgesetzt werden, das sei das eine Frage der politischen Verantwortlichkeit gegenüber dem Landtag. (APA)
Verfasst: 22 Sep 2007, 15:53
von Nukkumatti
btw: unsere polizei fühlt sich scheinbar auch nicht wohl, wenn sie überwacht werden sollte:
Videoüberwachung: Polizisten wollen nicht gefilmt werden
[bxcg]
Videokameras hat Österreichs Polizei grundsätzlich recht gerne. Nur in einem Bereich lehnt die Exekutive ihren Einsatz vehement ab - wenn die eigenen Beamten gefilmt werden sollen. Zuletzt hatte der Menschenrechtsbeirat im März darauf gedrängt, dass auch Verhöre oder Abschiebungen aufgenommen werden sollten.[/bxcg]
Ungerechtfertigte Vorwürfe
Das Argument: Auch die Polizisten würden geschützt, weil ungerechtfertigte Misshandlungsvorwürfe von vornherein entkräftet werden können. Bei der Polizei ortet man dagegen Misstrauen gegenüber den eigenen Leuten und eine Abkehr von der Unschuldsvermutung.
In der täglichen Arbeit hinkt die österreichische Exekutive der britischen dagegen videotechnisch hinterher. Bewegte Bilder gab es lange Jahre vor allem im Verkehrsbereich, wo der Autofluss in Echtzeit beobachtet worden ist. Erst seit einer Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes dürfen an öffentlichen Orten von der Polizei auch Videoaufnahmen gemacht und bis zu 48 Stunden gespeichert werden.
Bei der SCS
Die erste derartige Anlage, auf die mit Hinweisschildern aufmerksam gemacht werden musste, wurde am 3. März 2005 auf dem Parkplatz vor der SCS eröffnet, mittlerweile gibt es welche in ganz Österreich. [bxcg]Am Wiener Schwedenplatz gelang es einer Gruppe, die Funkverbindung zwischen Kamera und Polizeifahrzeug anzuzapfen - dabei zeigte sich, dass nicht nur der Platz überwacht, sondern auch in Fenster angrenzender Häuser gespäht worden ist. [/bxcg](moe/DER STANDARD, Printausgabe vom 18.7.2007)
mich überrascht nicht dass sie sich nicht filmen lassen wollen. das würde wohl zu einem drastischen rückgang an anzeigen wegen \"widerstand gegen die staatsgewalt\" führen. dabei dürfen sich polizisten ohnehin etwas sicherer fühlen als zivilisten - schließlich werden polizisten wegen körperverletzungen weniger hart bestraft als zivilisten. auch ein sehr fragwürdiges privileg.