Baldur Preiml, ein Pionier des österreichischen Skisprungs, ist nicht mehr
Baldur Preiml ist am Montag im Alter von 85 Jahren in Spittal verstorben. Er war weit über die Grenzen für seine revolutionären Ansätze im Skispringen bekannt.
Das erste Mal fiel der Name Baldur Preiml und der Sport Skispringen 1954 in einem Satz. In diesem Jahr feierte der ehemalige Schüler der Hauptschule Gmünd seinen ersten Podestplatz in dieser Sportart. Im selben Jahr nahm er an einem Trainingskurs des Kärntner Skiverbandes teil, wo er die gesamten Kärntner Skisprung-Asse besiegte. Der erste große Sieg folgte im Jahr 1963, wo Preiml das zweite Springen in St. Moritz im Rahmen der Schweizer Springertournee gewann. Es sollte der Beginn einer erfolgreichen Karriere sein. Im Rahmen der Vierschanzentournee 1964 siegte er mit einem Abstand von 14,2 Punkten im Springen von Bischofshofen. Die Olympischen Spiele in Innsbruck musste er krankheitsbedingt auslassen.
Seine olympische Sternstunde durfte er aber 1968 in Grenoble erleben. Hier stellte der Lurnfelder im ersten Durchgang den Schanzenrekord auf, musste sich im zweiten Durchgang aber geschlagen geben und holte die Bronzemedaille. Nach diesem Erfolg beendete Preiml bald seine Karriere.
Danach beendete er ein Studium in Sport und Geschichte erfolgreich und arbeitete als Lehrer am Skigymnasium Stams. Karl Schnabl, Rupert Gürtler und Alfred Pungg waren die ersten Skispringer, die im Skigymnasium Stams aufgenommen wurden. In den nächsten Jahren folgten Toni Innauer und Alois Lipburger.
Baldur Preiml wurde dann 1974 Österreichs Cheftrainer. Seine innovativen Trainingsmethoden und die von ihm initiierte Materialrevolution hatten alles, was bis dahin galt, auf den Kopf gestellt. Die Sprungski wurden mit neuen Laufflächen aus österreichischen Skiwerkstätten ausgestattet. Wadenstützen steigerten das Sprunggefühl und die Sicherheit. Zusammen mit Sepp Reinalter entwickelte Baldur Preiml modernste, luftundurchlässige Sprunganzüge. Bald wurde die gesamte Weltelite überholt. Von 1974 bis 1980 führte er die österreichische Skisprungnationalmannschaft mit modernsten Trainingsmethoden unter besonderer Beachtung mentaler und ernährungswissenschaftlicher Aspekte an die Weltspitze. Die von Preiml trainierten Sportler Toni Innauer, Karl Schnabl, Alois Lipburger, Willi Pürstl, Hubert Neuper und Armin Kogler waren Teil des österreichischen Skisprungwunders der 70er und beginnenden 80er Jahre.
Von 1987 bis 1991 leitete Preiml die Sportabteilung im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport. Montagfrüh verstarb der Skisprungpionier, wie die Salzburger Nachrichten berichteten, in Spittal im Alter von 85 Jahren.

R.I.P
