KLetterrouten mit fragwürdigen Namen rund um Wien

Quassel, Quatsch und Diskurs abseits der Musik
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Aamon
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Beitrag von Aamon »

wer bitte sehr? alle österreicher?
im übrigen gilt das umgekehrt auch.
für einen richtig linken ist jeder strache-fan+alle fpö-parteimitglieder idioten und alle! fpö-meinungen sind automatisch falsch. auch werden keine anderen betrachtungen bezüglich patriotismus, heimatliebe etc. geduldet. dabei könnte man hier faszinierend interessant philosophisch diskutieren...
für einen richtig rechten sind alle autonomen, linken usw. automatisch zecken, quasi letztklassig
dieses rechts/links-geseiere ist sowas von kläglich, mich nerven beide fraktionen...

über einzelne punkte muss man diskutieren. sachlich und unter berücksichtigung unserer demokratischen werte...



hier geht's darum: darf man unseren bergrouten einfach mir nichts dir nichts irgendwelche namen geben, die zudem zweifelhafter natur sind und ideologisch gefärbt? ...

das ist die spannende frage!

kann ein einzelner mittels dieser regelung den bergen seinen ideologisch bedenklichen stempel aufdrücken?

ich bin da skeptisch, wenn ich vorliegenden fall betrachte. wie kommt irgendjemand dazu, solche wörter benutzen zu müssen, wenn er aufn rax-gipfel klettert
GulLemec
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Beitrag von GulLemec »

Aamon hat geschrieben:
das ist die spannende frage!

Richtig Didi - hab mich selten mit was spannenderem beschäftigt :-)

Ich bin ja kein Kletterer, aber ich denke die routen sind ja nur in den Kletterführern so bezeichnet und da ist am Einstieg keine Tafel mit z.B. Ewiges Reich, sondern nix, deswegen frag ich mich inwieweit die allgemeinheit hier überhaupt mit diesen Namen "belästigt" wird.

Mich würde mal interessieren, einen ÖBB Intercity von Wien nach Salzburg einschlägig zu benennen - was da die Rückmeldung der Bahn wäre - ich glaube Zugnamensponsoring (oder wie immer das korrekt heisst) kann jeder machen, sofern er das Geld dafür übrig hat.
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dji
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Beitrag von dji »

mich würd eher interessieren, was du damit bewirken wolltest. was ist so spannend an einschlägigen namen, die mit unserer nicht gerade ruhmreichen vergangenheit zu tun haben?
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Blast-Pete
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Beitrag von Blast-Pete »

GulLemec hat geschrieben:
Aamon hat geschrieben:
das ist die spannende frage!

Richtig Didi - hab mich selten mit was spannenderem beschäftigt :-)

Ich bin ja kein Kletterer, aber ich denke die routen sind ja nur in den Kletterführern so bezeichnet und da ist am Einstieg keine Tafel mit z.B. Ewiges Reich, sondern nix, deswegen frag ich mich inwieweit die allgemeinheit hier überhaupt mit diesen Namen "belästigt" wird.

Mich würde mal interessieren, einen ÖBB Intercity von Wien nach Salzburg einschlägig zu benennen - was da die Rückmeldung der Bahn wäre - ich glaube Zugnamensponsoring (oder wie immer das korrekt heisst) kann jeder machen, sofern er das Geld dafür übrig hat.
Frag mal den LokFÜHRER... ;)
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GulLemec
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Beitrag von GulLemec »

dji hat geschrieben:mich würd eher interessieren, was du damit bewirken wolltest. was ist so spannend an einschlägigen namen, die mit unserer nicht gerade ruhmreichen vergangenheit zu tun haben?
Ich will damit gar nix bewirken, aber es gibt anscheinen Personen die damit bewusst provozieren wollen.
Andererseits dürfte er sich doch zumindest einmal eingebremst haben, sonst hätte er eine Route nicht Kristalltag sondern richtig nach der Band Kristallnacht benannt. Eventuell hat er da doch Skrupel gehabt.
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Aamon
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Beitrag von Aamon »

was mich wundert: dass sich die bergsteiger-klinetel noch nicht darüber beschwert hat vorher... sicher, der kerl ist einer, der dort wirklich viel geleistet hat und was er beschreibt, hat natürlich wert. aber dennoch, ich glaub eher nicht, dass diese natur-sportsleut in so einer ideologischen kategorie drinnen sind. meist sinds, obwohl egoisten, wie jeder extremsportler, doch oder gerade deshalb freiheitskämpfer, die diese freiheit in der größe der natur erkennen, oft grüne oder auch durchaus hippie-menschen. wobei, diese naturerkenntnis kommt auch in dieser folklore/pagan-sache oft groß zurt geltung....

wer die namen überhaupt mitbekommt, weiß ich leider nicht. ob das auch in den normalen bergwanderführern vorkommt...
eine derartig überzogene ideologie-vorstellung hat aber nix verloren dabei. höchst merkwürdig das ganze...

und wenn man zur musik, also zur kultur kommt, dann ists ja nix viel anderes in der black/paganszene, nur dort is es eben künstlerischer ausdruck einzelner personen aus verschiedensten gründen und da kann mans halt mögen oder nicht. da wäre ein verbot indiskutabel. medial wird aber wieder dieser zusammenhang suggeriert und alles in einen haufen geworfen.
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reanimapeda
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Beitrag von reanimapeda »

GulLemec hat geschrieben:, sonst hätte er eine Route nicht Kristalltag sondern richtig nach der Band Kristallnacht benannt.
Oder überhaupt nicht nach der Band sondern nach dem tatsächlichen Ereignis, der Reichskristallnacht?

Da liegt das viel grössere Problem - die Band kennt sowieso keine Sau bzw isses auch fast wurscht dass die namensident mit dem damaligenEreignis ist, die Kristallnacht is fast jedem weltweit ein Begriff.
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Eiserner Knut
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Beitrag von Eiserner Knut »

Naja, es gibt schlimmeres^^ Stellt euch nur vor man benennt eine Kletterroute nach der Band "Defloration" :-D
shredder666
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Beitrag von shredder666 »

Aamon hat geschrieben:was mich wundert: dass sich die bergsteiger-klinetel noch nicht darüber beschwert hat vorher...
ich bin zwar auch kein kletterer, aber ich denk mal, dass man nicht unbedingt den namen eines steigs wissen muss, um ihn zu gehen. es wird auch keiner am abend vor seinen kumpels erzählen: "he, heute hab ich den kristalltag bestiegen." also ich denke eher, dass die namensgebung in irgendwelchen registern und karten verzeichnet ist, aber sonst nicht großartig publik.
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Gsputi
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Beitrag von Gsputi »

Da hilft nur Flammensturm über Europa oder Kirchenbrand! :mrgreen:
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Erik Blutaxt
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Beitrag von Erik Blutaxt »

minutesseem hat geschrieben:am Cover steht der Titel dann schon auch mal in Frakturschrift :roll:
naja, da muss ich jetzt auch mal dem andauernden frakturschriftgezeter einen riegel vorschieben. die frakturschriften sind ja in fast ganz europa verwendet worden und dann 1941 in deutschland unterm hitlerregime verboten worden weil undeutsch und mögliche jüdische herkunft. ich find die schriften großteils sehr schön bis auf die allzu verschnörkselten. weiß aber nicht warum die immer wieder mit assoziationen wie "bedenklich" oder gar "nationalsozialistisch" in verbindung gebracht werden. mir unverständlich denk1
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Erik Blutaxt
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Beitrag von Erik Blutaxt »

GulLemec hat geschrieben:ich glaube Zugnamensponsoring (oder wie immer das korrekt heisst) kann jeder machen, sofern er das Geld dafür übrig hat.
"Mietpreis:

pro Fahrplanjahr je nach Strecke und Zugkategorie

* Regionalverkehr 5.500 EUR bis 7.500 EUR
* Fernverkehr 5.940 EUR bis 16.880 EUR

Mietdauer: mindestens 1 Jahr (für das nächstmögliche Fahrplanjahr)
"

;)
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Helge-Uwe
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Beitrag von Helge-Uwe »

ich warte auf den spendenaufruf, der didi will sicher nen metalfanatics-zug (gegen den die antifa dann protestieren darf) :lol:
We have to remember that what we observe is not nature herself, but nature exposed to our method of questioning.
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Jakob
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Beitrag von Jakob »

freu dich lieber drüber, dass es in ö überhaupt noch sowas wie eine antifaschistische bewegung gibt, auch wenn sie doch manchmal, vA im metal, an ihrem infomangel verreckt.
Hush little Larsie, don't say a word
And never mind that noise you heard
It's just the fans making bootleg tapes
I hope you choke on your sour grapes
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Erik Blutaxt
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Beitrag von Erik Blutaxt »

Gagnrad hat geschrieben:freu dich lieber drüber, dass es in ö überhaupt noch sowas wie eine antifaschistische bewegung gibt, auch wenn sie doch manchmal, vA im metal, an ihrem infomangel verreckt.
aha? wo? das was im metal abrennt sind doch immer einzelverhinderungswichser ohne politischem aber mit persönlichem hauptsach-irgendwem-was-z´fleiß-tun-hintergrund, die dann von anderen unreflektiert als "antifa" bezeichnet werden. eine antifa seh ich da aber ehrlich gesagt nirgends...

in meiner jugendzeit in braunau gabs die antifa übrigens sehrwohl, also auch organisiert/institutionalisiert samt räumlichkeiten. und während die alteingesessenen dort mahnten, recherchierten, ausstellten und zeitgeschichte aufzeigten, ham einige der jungen äußerst unreflektiert - um das wort auch auf dieser seite zu verwenden - unfug getrieben und leuten das leben wegen jedem scheiß schwer gemacht... (wir waren zb. öfter bei einem övp-nahen mittelschülerkartellverband zum billig vorglühen eingeladen. da warst dann gleich als nazi verschrien... :roll: )
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